Wer mit dem Flipchart umzugehen versteht, kann in vielen Besprechungssituationen das Ruder in die Hand nehmen. Es gibt in der Regel nicht zu wenige Besprechungen, sondern zu viele ohne Ergebnis.

Ergreifen Sie die Initiative und sorgen Sie dafür, dass Ihre Besprechungen ein Ergebnis haben.

Dabei hilft das Flipchart ungemein. Und um ein Werkzeug gut einzusetzen ist es hilfreich zu wissen, was man NICHT damit anstellen soll.

Das erfahren Sie hier... die Top 10 Flipchart Fehler und wie Sie diese vermeiden.

Tipp 1 - Stiften geht die Farbe aus

Wenn Sie schon beim Betreten des Raumes wissen, dass Sie voraussichtlich mit einem Flipchart arbeiten werden, dann gehen Sie unmittelbar (nach Begrüßung der schon anwesenden Personen) an das Flipchart und prüfen Sie, ob die Stifte noch „genug Saft“ haben. Dies können Sie in den unteren Ecken, auf der Rückseite oder einem normalen Blatt Papier machen.
Legen Sie die Stifte auf die Seite, die nicht nutzbar sind.

Nutzen Sie das Flipchart spontan, dann nehmen Sie einen Stift zur Hand und prüfen diesen vor dem Zeichen/Schreiben in einer der beiden Ecken. Beginnen Sie erst zu schreiben oder zeichnen, wenn Sie einen nutzbaren Stift gefunden haben.

Merke: Eine starke Nachricht die mit einem an Farbkraft nachlassendem Stift geschrieben wird, wirkt schwächer als sie ist.

PS: Profis haben immer einen Satz eigener Stifte dabei, die gut schreiben.

Tipp 2 - Zu klein schreiben

Schreiben Sie so groß, dass Ihre Schrift auch in der hintersten Ecke des Raumes gelesen werden kann. Es ist ärgerlich für die Zuhörer, wenn sie mit zugekniffenen Augen versuchen müssen, Ihre Miniaturschrift auf 15 Meter Entfernung zu lesen.

Bei kariertem Papier ist eine Schrift, die 2-3 Karos hoch ist für Räume mit Gruppen bis zu ca. 12 Teilnehmern meist gut lesbar.

Tipp: Gehen Sie in einen freien Besprechungsraum, Schreiben Sie etwas auf ein Flipchart und gehen Sie in die hinterste Ecke des Raumes. Wenn Sie problemlos alles lesen können, dann passt Ihre Schriftgröße – ansonsten passen Sie diese an und merken Sie sich diese anschließend. 

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Tipp 3 - Zu viel schreiben/zu detailiert zeichnen

Der Flipchart ist kein Papier gewordenes Microsoft Word!

Schreiben Sie Stichpunkte oder einzelne Zahlen auf. Egal ob Sie etwas betonen wollen oder eine Ideensammlung mit dem Publikum machen. Kurzes Stichwort und weiter geht es. Schreiben Sie nämlich ganze Sätze auf, vergeht viel zu viel Zeit und das Publikum langweilt sich.

Gleiches gilt für Skizzen. Ein paar Striche, Pfeile, Platzhalter reichen aus, um jeden beliebigen Zusammenhang zu erläutern. Wenn Sie Tipps zu Skizzen haben wollen, dann empfehle ich Ihnen das Buch „The back of a Napkin/Auf der Serviette erklärt

Tipp 4 - Unleserlich schreiben

Wer mit einer „Arztschrift“ nicht identifizierbare Hieroglyphen anschreibt, kann sich des Zorns seiner Besprechungsteilnehmer sicher sein, denn

  1. es nervt, nicht lesen zu können, was Sie schreiben
  2. es hält den Zuhörer davon ab, Ihnen zuzuhören – denn er versucht erst einmal Ihr Gekritzel zu entziffern
  3. Ihr Flipchart verfehlt die wichtige Aufgabe, die Zuhörer beim erneuten Blick auf das Papier an Ihren Inhalt zu erinnern – sie können es schließlich nicht entziffern

Leserlich auf Flipchart schreiben ist eine reine Übungssache.

Was immer hilft

  1. D r u c k b u c h s t a b e n
  2. G R O S S B U C H S T A B E N
  3. Langsames schreiben
  4. Üben

Vermeiden Sie die Verwendung von Schreibschrift, da diese meist zu klein und unleserlich auf Flipchart geschrieben wird.

Tipp 5 - Hetzen

Wenn Sie das Flipchart nutzen, dann machen Sie es richtig und versuchen Sie nicht mehrere Dinge auf einmal zu tun. Schreiben oder zeichnen Sie in Ruhe auf, was Sie notieren wollen. Da Sie sich an die Regel halten, nur Stichpunkte zu notieren oder Skizzen zu machen, brauchen Sie nicht zu hetzen.

Denn wenn Sie „schnell, schnell“ arbeiten, kann es wiederum keiner identifizieren.

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Tipp 6 - Perfektionismus

Solange Sie nicht auf einer Veranstaltung als Porträtist eingekauft sind, der die Anwesenden auf Flipchart verewigen soll (wer kennt noch „Oskar“ aus Dalli Dalli?), müssen Sie keine perfekten Gemälde zu Papier bringen.

„Ich kann nicht malen“ sagen viele zu mir, wenn es um Skizzen auf dem Flipchart geht. Dieser Glaubenssatz wurde in der 4. oder 5. Klasse eingebrannt, als eine Zeichenlehrerin oder ein Kunstlehrer dies über Sie gesagt hat. Vergessen Sie diese Worte!

Da Ihr Publikum Ihnen beim Zeichnen zusieht, ist denen schon klar, dass Ihr ovales Ei eigentlich ein Kreis sein soll. Das ist kein Problem! Legen Sie los und konzentrieren Sie sich auf Ihre Aussagen.

Glauben Sie mir: Die meisten Zuhörer werden beeindruckt davon sein, wenn Sie mit wenigen Strichen Ihre Ideen vorstellen können. Auch hierzu empfehle ich Ihnen das Buch „The back of a Napkin/Auf der Serviette erklärt

PS: Wenn Sie eine Skizze vorbereiten wollen, dann können Sie diese per Bleistift auf einem Flipchart vorzeichnen. Das sieht meist niemand – und wenn doch, dann zeigt dies nur Ihre professionelle Vorbereitung.

Tipp 7 - Eintönigkeit (keine Farben)

Haben Sie verschiedenfarbige Stifte zur Verfügung, dann verwenden Sie diese auch. Drei Farben sind jederzeit zulässig.

Verwenden Sie:

  • Schwarz für Ihre Aussagen / Grundstruktur Ihrer Skizze
  • Blau zum Hervorheben von Details
  • Grün für alles Positive
  • Rot für alles was negativ ist, Konsequenzen hat, Verluste bringt

Tipp: Wenn Sie z.B. Produktmerkmale aufzeigen, dann nehmen Sie dafür zuerst einmal schwarz. Gehen Sie dann nochmals zum Flipchart, sprechen Sie über die für Ihren Zuhörer wichtigen Merkmale und machen Sie überall einen grünen Haken dran. Das wirkt!

Tipp 2: Wenn etwas auf dem Flipchart steht, was unbedingt vermieden werden soll, dann streichen Sie es mit rot durch.

Tipp 8 - Mit Stiften spielen

Unser Unterbewusstsein spielt mit uns Präsentatoren oft ein gemeines Spiel. Dazu gehört auch, dass wir irgendwann mit allem, was wir in den Fingern haben, zu spielen beginnen. Ich kann Ihnen versichern, Sie selbst merken davon nichts! Das habe ich in tausenden von Seminarstunden gesehen.

Flipchart-Stifte eignen sich besonders dazu. Deswegen gilt die ganz einfache Vorgehensweise:

  1. Stift in die Hand nehmen, wenn Sie schreiben wollen
  2. Stift öffnen
  3. Schreiben
  4. Stift schließen
  5. Stift weglegen sobald Sie sich wieder zum Publikum drehen

Behalten Sie den Stift in Ihrer Hand, während Sie sprechen, sind folgende Ereignisse typisch:

  1. Herumspielen mit dem Stift in einer oder beiden Händen
  2. Mit dem Stift auf eine Hand klopfen
  3. Sich selbst anmalen (Hände, Hemd, Krawatte, Bluse, etc.) weil der Stift noch offen ist
  4. Dolchartig mit dem Stift auf Zuhörer zeigen

Beherzigen Sie einfach die Regeln und Sie sind auf der sicheren Seite.

Tipp 9 - Vor dem Flipchart stehen – für Teilnehmer nichts sichtbar

Beim Skizzieren und Schreiben dürfen Sie durchaus kurzzeitig vor dem Flipchart stehen. Das macht das Schreiben und Zeichnen leichter.

Sobald Sie aber fertig sind, dann

  1. Gehen Sie einen Schritt zur Seite neben das Flipchart
  2. Drehen Sie sich zu Ihrem Publikum um
  3. Reden Sie zum Publikum über das, was jetzt auf dem Flipchart zu sehen ist

Tipp 10 - Zum Flipchart reden

Hauptfehler Nummer 1 bei der Nutzung des Flipcharts ist der magnetische Effekt, den dieser Gegenstand auf viele Redner hat. Wurde das Medium 1x genutzt, geht der Blick beim Reden ständig wieder dahin zurück.

Lassen Sie mich Ihnen in Geheimnis verraten: Dem Flipchart sind Ihre Ausführungen völlig egal. Es kauft von Ihnen nichts, es genehmigt keine Budgets, es übernimmt keine To Dos. Es steht einfach nur da.

Es sind die Menschen im Raum, zu denen Sie sprechen müssen.

Daher gilt: Beim Schreiben/Zeichnen sind Sie die meiste Zeit still und konzentrieren sich auf das Stichwort oder die Skizze. Dann drehen Sie sich um und reden zum Publikum.

Wenn Sie zum Flipchart reden, treten folgende Effekte ein:

  1. Man versteht Sie schlechter, da Sie nur noch indirekt gehört werden
  2. Sie unterbrechen den für Ihren Erfolg wichtigen Blickkontakt zu Ihren Zuhörern
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